Vogel des Jahres 2026

Text: Dr. Nina Krüger, Foto: FOTO: filev / Stock.Adobe.com

Liebe Leserinnen und Leser,

die Abende werden langsam kühler, der Herbst ist da, die Zugvögel sammeln sich, und damit steigt auch die Spannung auf ein ganz besonderes, jährliches Highlight: die Wahl zum „Vogel des Jahres“. Die Kandidaten für 2026 sind bekannt gegeben und sie könnten kaum unterschiedlicher sein. Unter ihnen befinden sich diesmal zwei Eulen sowie je ein Wasser-, Hühner- und ein Singvogel mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen, Zugstrategien und Gefährdungen. Mehr Details zu den nominierten Arten und genaue Informationen, wie Sie Ihre Stimme zur Wahl 2026 abgeben könnenw, finden Sie ab Seite 72 des aktuellen Heftes.

Seitdem die Wahl für alle öffentlich zugänglich gemacht wurde, beteiligen sich Jahr für Jahr mehr Menschen daran, mit ihrer Stimme die Aufmerksamkeit auf eine besonders schützenswerte Art zu lenken. Bis auf das Rebhuhn – welches als stark gefährdet eingestuft ist – gilt zwar keine der diesjährigen Arten als bedroht, Aufmerksamkeit verdient dennoch jede einzelne. Die Kandidatenliste ist mehr als ein nettes Ratespiel – sie ist ein Seismograf für den Bekanntheitszustand unserer Vogelwelt. Denn traditionell haben die Bekanntesten unter ihnen auch die besten Chancen. Ob Amsel, Schleiereule oder Zwergtaucher: Jede Art auf der Liste steht stellvertretend für ein ökologisches Problem, das uns nicht kaltlassen sollte. Der anhaltende Rückgang der Feldvogelbestände, der Verlust an Insektennahrung und die Trockenheit der letzten Sommer haben deutliche Spuren hinterlassen. Selbst Arten wie die Amsel haben mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen.

Was also tun? Unsere Redaktion möchte Sie nicht nur informieren, sondern motivieren: Stimmen Sie noch bis zum 9. Oktober ab, diskutieren Sie mit Nachbarn, Familie und Freunden, und nutzen Sie die Gelegenheit, um auf bedrohte, aber weniger populäre Arten aufmerksam zu machen. Jede Stimme sendet ein Signal an Politik und Gesellschaft, dass der Schutz unserer Vogelwelt Priorität haben muss. Und wenn Sie Lust bekommen haben, sich selbst intensiver zu engagieren, finden Sie in diesem Heft zahlreiche Ideen und Kontakte. Lernen Sie neue Arten kennen und erkennen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der „Vogel des Jahres 2026“ mehr ist als ein Titel – nämlich ein Weckruf.