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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Estländischer Schelladler auf Hessenbesuch
07.11.2008

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) freut sich über den ersten gesicherten Nachweis eines Schelladlers in ihrem Bundesland: „Tönn“ wurde als Nestling in Estland besendert und hat sich im Herbst auf Deutschlandreise begeben.

Insgesamt 27 Schrei- oder Schelladler wurden bislang in Hessen beobachtet, doch kann laut HGON angesichts der großen Ähnlichkeit der beiden Arten keine dieser Meldungen als mit letzter Sicherheit bestimmt gelten. Lediglich ein im Mai 1908 im Rheingau-Taunus-Kreis „gesammelter“ Schreiadler, dessen Präparat sich im Museum Wiesbaden befindet, werde als definitiver Nachweis geführt. Somit wurde der Schelladler in Hessen laut HGON noch nicht sicher nachgewiesen, andere Experten berichten hingegen von drei belegten Nachweisen.

Vollkommen unerwartet gelang vor etwa zwei Wochen nun ein Nachweis des Schelladlers in dem Bundesland unter ganz neuartigen Umständen: Der Adler wurde nicht persönlich beobachtet, sondern seine hessischen Aufenthaltsorte per Satellit aufgezeichnet.

„Tõnn“, wie der Vogel heißt, wurde im Sommer 2008 nestjung im Westen von Estland mit einem Satelliten-Sender ausgestattet.

Da Nachweise beider Arten westlich des Brutgebietes in den letzten Jahren nur äußerst selten gelangen, stellt der Zugweg von Tõnn eine große Überraschung dar. Der Vogel begann seinen Herbstzug am 25.09. Nachdem er etwa zwei Wochen später nördlich von Cottbus nach Deutschland geflogen war, zog Tonn über Dresden und Chemnitz nördlich des Erzgebirges entlang, berührte kurz Thüringen und wanderte anschließend über Bamberg und den Bereich südlich von Würzburg nach Westen.

Bei Bad König zog er über den Odenwald in die Rheinebene, wo er im Bereich des Lampertheimer Altrheins den Rhein nach Rheinland-Pfalz querte. Die letzte Ortung stammt vom 24.10.2008 aus dem Bereich Grünstadt. Eine Suche nach dem Vogel dort ist angesichts der Strecke, die Tõnn inzwischen vermutlich zurückgelegt hat, aber kaum Erfolg versprechend. Möglicherweise trifft Tõnn in den nächsten Tagen auf einen der vier HGON-Rotmilane, die inzwischen ebenfalls ihren Herbstzug angetreten

und mittlerweile Frankreich erreicht haben (siehe im Internet: www.hgon.de/milan/zugverlauf.htm).

Weitere Informationen zum Zugweg von Tonn sowie von ebenfalls Satelliten-telemetrierten Schwarzstörchen sind hier zu finden: www.looduskalender.ee/en/node/1798 (Bild: google earth)

 
 
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