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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Neuer Klimaatlas zeigt: Europas Brutvögeln drohen drastische Veränderungen
18.01.2008

Europas Brutvögel werden ihren Lebensraum bis zum Ende dieses Jahrhunderts um durchschnittlich 550 Kilometer nach Nordosten verlegen müssen, und für einige endemische Arten steigt das Risiko auszusterben – das sind nur zwei der Ergebnisse, die die „Royal Society for the Protection of Birds (RSPB)“ jetzt in ihrem Klimaatlas der Brutvögel Europas veröffentlicht hat.

Der Atlas wurde erstellt von Wissenschaftlern der britischen Universitäten in Durham und Cambridge. Er erfasst Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Vogelarten bei einer angenommenen Temperaturerhöhung von 3 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Zeiten. Dabei wird es mehr Verlierer als Gewinner geben, resümiert die RSPB in einer Zusammenfassung. Durchschnittlich werden die neuen Lebensräume nur noch zu 40 Prozent mit den alten übereinstimmen, und sie werden um ein Fünftel kleiner sein. Vor allem den arktischen und subarktischen Vogelarten sowie jenen der iberischen Halbinsel drohe der größte Lebensraumverlust, so die Wissenschaftler. 

Der Atlas zeigt allerdings ausschließlich, wo künftig klimatisch die Bedingungen für die einzelnen Vogelarten passend sein könnten. Andere für die Tiere elementare Faktoren, wie menschlicher Einfluss durch Jagd oder Landnutzung, das Vorhandensein gewisser geologischer oder anderer Landschaftsstrukturen für Brut oder Nahrungssuche und mehr,werden hier nicht berücksichtigt und können das potentielle Verbreitungsgebiet letztendlich nochmals verkleinern oder zerschneiden. Auch ist nicht gesichert, dass alle Arten zu dieser Anpassung in der Lage sein werden.

Schlechte Prognosen stellt der NABU anhand dieser Studie in seiner nächsten Mitgliederzeitschrift dem Fitis, Schwarz- und Weißstorch sowie Trauerschnäpper und Bekassine in Aussicht: Sie werden voraussichtlich aus Deutschland verschwinden. Dafür kommen Blaumerle und Seidensänger. Bienenfresser, Wiedehopf und Zwergohreule werden demnach bis Ende diesen Jahrhunderts flächendeckend bei uns verbreitet sein.

Der NABU und der LBV forderten Bund und Länder auf, nicht nur die Emission der Treibhausgase drastisch zu senken, sondern auch den Schutz der Biologischen Vielfalt deutlich zu verbessern. „Bei aller Vorsicht, die naturgemäß bei einer solchen Studie angebracht ist, scheint soviel sicher: unsere Vogelwelt wird sich durch den Klimawandel verändern, und der Naturschutz muss deshalb schon heute die richtigen Weichen stellen. Nur dann werden bedrohte Arten langfristig überleben können“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Für die Schweiz haben der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und die Schweizerische Vogelwarte Sempach die Studie analysiert. Am gravierendsten sind demnach die Auswirkungen des Klimawandels auf Vogelarten der Alpen: „Das Alpenschneehuhn, das heute den ganzen Alpenbogen besiedelt, könnte im späten 21. Jahrhundert nur noch in Reliktvorkommen im südwestlichsten und östlichsten Zipfel der Schweiz überleben. Ähnlich könnte es dem Zitronengirlitz ergehen: Da er ausschließlich in wenigen Berggebieten Europas vorkommt, ist sein Aussterberisiko groß“, sagt Niklaus Zbinden von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

Die englische Zusammenfassung des Klimaatlas kann unter www.rspb.org heruntergeladen werden.

 
 
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