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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Topthema
Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands erschienen
23.06.2021

Heute stellte das Nationale Gremium Rote Liste Vögel die sechste Fassung der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands der Öffentlichkeit vor. 43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden inklusive der ausgestorbenen Brutvogelarten mussten neu aufgenommen werden.

Besonders hervorzuheben ist, dass vor allem in der höchsten Gefährdungskategorie die Artenzahl um über zehn Prozent gegenüber der  Fassung von 2015 zunahm. Damit sind nun 33 oder knapp 13 Prozent der deutschen Brutvogelarten vom Aussterben bedroht. Hierunter fallen auch Arten, die im besonderen Fokus des Artenschutzes stehen, wie die Uferschnepfe, die Großtrappe oder das Auerhuhn.

Laut Dr. Hans-Günther Bauer, Sprecher des Rote Liste Gremiums, ist damit der Zustand der deutschen Brutvogelwelt nach wie vor als ausgesprochen kritisch. Trotz vielfältiger Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen ist eine Trendumkehr bislang nicht erkennbar.

Erfreulicherweise zeigt sich aber auch in dieser Liste, dass sich eine langfristige, kontinuierliche und fachlich fundierte Vogelschutzarbeit lohnt: So konnte mit dem Weißstorch in die „Vorwarnliste“ überführt und somit aus der eigentlichen Roten Liste entlassen werden. 

 „Vor allem in der Agrarlandschaft ist der anhaltende und dramatische Bestandsrückgang fast aller Brutvogelarten nicht gestoppt. Wiesenvogelarten, wie Bekassine, Uferschnepfe oder Brachvogel, die früher ganze Landstriche charakterisierten, sind heute ausnahmslos ‚Vom Aussterben bedroht‘ “, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.


 „Gemäß den Zielen der neue EU-Biodiversitätsstrategie sollen 30 Prozent aller gefährdeten Arten bis 2030 in einen guten Erhaltungszustand gebracht werden. Ähnliche Ziele gab es bereits für 2010 und 2020 und wurden glatt verfehlt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Die neue Rote Liste der Vögel legt hier klar den Finger in die Wunde: Unverändert gilt fast die Hälfte aller Arten als gefährdet. Eine Trendwende muss bei einer naturverträglichen Agrarpolitik und verstärkten Anstrengungen beim Schutz von Insekten, der Hauptnahrung vieler gefährdeter Arten ansetzen.“

Das Nationale Gremium Rote Liste Vögel fordert daher die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, endlich konsequent Maßnahmen gegen den Vogelartenschwund einzuleiten und umzusetzen. Diese müssen in Intensität und Flächengröße prioritär dem Agrarraum in Deutschland gelten und umfassend der Bewirtschaftung der Flächen, dem Angebot an vielfältigen Vegetationsstrukturen in der Offenlandschaft wie auch der Nähr- und Schadstoffsituation gelten. 

Die bislang erzielten, durchaus beachtenswerten Erfolge im Vogelschutz zeigen, dass eine Trendumkehr in vielen Bereichen möglich ist. Sie bedürfen allerdings erheblich verstärkter Anstrengungen und einer querschnittsorientierten und integrierten Biodiversitätspolitik, gerade auch in Anpassung an den Klimawandel. Die gesellschaftliche Unterstützung  ist in den zurückliegenden Jahren in Deutschland stark gewachsen. Die Zeit ist reif, hier endlich substanziell Maßnahmen anzugehen und Fortschritte zu erzielen.

Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands ist erschienen in den „Berichten zum Vogelschutz“ 57 (2020): 13 – 112. Erhältlich beim LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern), Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein,

E-Mail: bzv@lbv.de

Foto Großer Brachvogel: Christoph Bosch, LBV-Bildarchiv



 
 
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