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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Ergebnisse der Wasservogelzählung entlang des Ostatlantischen Zugwegs
29.12.2020

Von Island bis Estland und von Norwegen bis Südafrika nahmen alle Länder entlang des Ostatlantischen Zugwegs im Januar 2020 an synchronen Wasservogelzählungen teil. Insgesamt beteiligten sich mehr als 12.000 Personen an der Datensammlung und erfassten insgesamt 250 verschiedene Arten. Von den 95 Schwerpunktarten des Ostatlantischen Zugwegs wurden mehr als 14 Millionen Vögel gezählt.

Um einen genaueren Eindruck der gesammelten Ergebnisse liefern zu können, stellten 32 beteiligte Länder nun ihre Ergebnisse in einem Bericht zusammen, der in Kooperation zwischen der Wadden Sea Flyway Initiative (WSFI), Wetlands International (WI) und BirdLife International (BLI) erstellt wurde. Eine noch umfassendere Analyse des Populationsstatus der Arten und des Zustands der von ihnen genutzten Feuchtgebiete soll Ende 2021 veröffentlicht werden.

In Deutschland koordiniert der DDA bundesweit das Monitoring rastender Wasservögel. Seit 2016 kann die Wasservogelzählung standardisiert über das Online-Portal ornitho.de erfasst werden. Die dadurch unmittelbare Verfügbarkeit der Zählergebnisse bildete die Grundlage, um bereits wenige Monate nach dem Zähltermin erste Ergebnisse der Internationalen Mittwinterzählung im Januar 2020 präsentieren zu können. In früheren Jahren wäre eine kurzfristige Zusammenstellung aktueller Zählergebnisse aus tausenden Zählgebieten unmöglich gewesen.

Der Winter 2019/20 war hierzulande der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Unter diesen milden Bedingungen wurden besonders viele Ringelgänse, Schwarzhalstaucher sowie Pfeif- und Spießenten festgestellt. Auf eine weiterhin positive Entwicklung deuten auch die Zahlen von Weißwangen- und Graugans sowie Silberreiher hin. Verglichen mit Zahlen aus früheren Jahren fällt bei fast allen Watvogelarten hingegen auf, dass – anders als zu erwarten – geringere Bestände gezählt wurden. Dies könnte auf weitere Bestandsrückgänge einiger Arten wie Austernfischer, Kiebitzregenpfeifer oder Knutt hindeuten. Auffällig und nur schwer zu erklären sind sehr geringe Bestände von Brandgans, Großem Brachvogel und Alpenstrandläufer.

Das nationale Kapitel zu Deutschland wurde gemeinsam von DDA, Schutzstation Wattenmeer, NLWKN und Nationalpark Wattenmeer zusammengestellt. Der gesamte Bericht ist frei als PDF verfügbar.

Den kompletten Bericht finden Sie unter

https://www.waddensea-worldheritage.org/sites/default/files/2020_Flyway%20census%20report.pdf


 
 
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