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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Flussseeschwalbe ist Seevogel des Jahres 2020
03.01.2020

Der Verein Jordsand hat die Flussseeschwalbe zum „Seevogel des Jahres 2020“ gewählt. Bereits seit 2007 steht die Flussseeschwalbe in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel. Ihr Bestand hierzulande liegt nur noch bei 9.000 bis 10.500 Paaren.


„Auch in unseren Seevogel-Schutzgebieten an Nord- und Ostsee bemerken wir den langfristigen Rückgang“, sagt Mathias Vaagt, Vorsitzender des Vereins Jordsand. „Auf der Insel Scharhörn in der Elbmündung hatten wir Anfang der 1980er-Jahre noch bis zu 3200 Brutpaare, doch seit 2008 brütet dort keine einzige Flussseeschwalbe mehr.“ Auf der kleinen vereinseigenen Hallig Norderoog im nordfriesischen Wattenmeer wurden in den 1950er-Jahren bis zu 770 Brutpaare gezählt – heute sind es nur noch rund 30.

Einst war der Seevogel auch entlang der Flüsse des deutschen Binnenlandes weit verbreitet, bis er dort aufgrund der massiven Uferbefestigungen keine natürlichen Kies- und Sandbänke als geeignete Brutplätze mehr vorfand und wegen Nahrungsmangels durch Gewässerverschmutzungen vertrieben wurde. Seit ihrem Rückzug an die Küsten wird die am Boden brütende Flussseeschwalbe zunehmend von Beutegreifern wie Füchsen und Mardern verfolgt, die im Bestand zunehmen. Die besten Brutplätze fand die Art deshalb zunächst Inseln und Halligen im Wattenmeer. „Dort wird sie nun immer stärker vom Meeresspiegelanstieg bedroht, der durch den Klimawandel verursacht wird“, beklagt Mathias Vaagt. Die Nester der Flussseeschwalbe liegen meist nur ca.20 Zentimeter über der mittleren Hochwasserlinie. Die Zunahme von Sommersturmfluten führt inzwischen zu häufigen Überflutungen der Brutplätze und damit zur Zerstörung der Gelege oder zum Ertrinken der geschlüpften Küken.

Schon heute brüten im Wattenmeer 96 Prozent der Flussseeschwalben auf Brutplätzen, die einem Überflutungsrisiko ausgesetzt sind, und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nest der Flussseeschwalben überflutet wird, liegt bei 84 Prozent.

Arved Fuchs als Schirmherr

Die Schirmherrschaft für den Seevogel des Jahres 2020 hat der Expeditions- und Polarforscher Arved Fuchs übernommen. Arved Fuchs ist seit mehr als 40 Jahren monate- oder sogar jahrelang auf den Ozeanen in Arktis und Antarktis unterwegs und war schon immer fasziniert von den agilen Flugkünsten der Seeschwalben, die sein Forschungsschiff Dagmar Aan auf seinen Reisen häufig begleiten. „Wir sind auch schon sehr mobil, wir haben in den zwei Jahren, in denen wir in Grönland gewesen sind, insgesamt 7.000 Seemeilen mit dem Schiff zurückgelegt, das sind dann so ungefähr 13.000 km. Die Reisen der Flussseeschwalben sind aber noch ganz andere Dimensionen, das ist wirklich bemerkenswert.“

Laut IPCC-Sonderbericht hat sich die Haupt-Ursache für das Ansteigen des Meeresspiegels verschoben: Zwar nimmt die Erwärmung des Meerwassers und die damit verbundene thermische Ausdehnung weiterhin deutlich zu – den größten Beitrag aber liefert inzwischen das Abschmelzen der antarktischen und grönländischen Gletscher. Auch Arved Fuchs Beobachtungen stimmen mit diesen Ergebnissen überein. Nachdem die Nord-West-Passage in den 90er Jahren noch mühselig und gefährlich war -und die Crew im Jahr 1993 erst das dritte Schiff war, dass ohne Eisbrecher die Passage durchfahren konnte- gelang die Passage 2002 ohne Probleme.

Bild: Pia Reufsteck

 
 
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