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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Zugvögel am Drehkreuz Prignitz
04.10.2019

Die Prignitz wird jetzt zum Drehkreuz für tausende Kraniche, Wildgänse und weitere Zugvögel. Vogelfreunde können hier spannende Tage verleben.

Kraniche ziehen über die weite Landschaft mit bunt gefärbten Wäldern. Morgens ziehen mystische Nebel durch die ersten herbstlichen Sonnenstrahlen und Singschwäne geben melodische Konzerte. Die Prignitz ist für viele Zugvögel Deutschlands wichtigstes Drehkreuz und in milden Wintern sogar Winterquartier. Wer das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe besucht, versteht auch wieso: In einer der letzten naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas nutzen jetzt tausende Zugvögel die weiten Überschwemmungsflächen der Elbe als Rast- und Nahrungsplatz.

Die Zeit des Vogelzuges gehört zu den faszinierendsten im Vier-Länder-Eck Prignitz. „Große Rastvogelschwärme prägen jetzt das Bild der Flusslandschaft Elbe und bieten interessante Naturbeobachtungen. In den Flussniederungen, Mooren und Seen sowie auf den abgeernteten Getreide und Maisfeldern tanken tausende Kraniche, Gänse und Singschwäne Energie und fressen sich Fettreserven für die anstrengenden, oft tausende Kilometer weiten Flüge in die Winterquartiere an“, berichtet Mike Laskewitz, Gesch.ftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V. Bis etwa Anfang Dezember können Besucher daher nun ein Naturereignis der Extraklasse erleben. Besonders gut geht das zum Beispiel bei einer Radtour entlang der Karthane-Niederung – weite Landschaft und Vogelvielfalt am Elbdeich bei Rühstädt sind hierbei garantiert. Per Rad kann man kinderleicht mithilfe der Knotenpunktweisung zur Vogelbeobachtung starten – zum Beispiel bei einer circa 25 Kilometer langen Tour ab dem Bahnhof Bad Wilsnack über die Knotenpunkte 48 und 40 über Abbendorf (Knotenpunkt 41) auf dem Deich bis zum Gnevsdorfer Wehr (Knotenpunkt 42), wo die Havel in die Elbe mündet. Hier bietet der Aussichtsturm beste Sicht auf die Elbtalaue und die umliegenden Wiesen. Von dort empfiehlt sich die Weiterfahrt über Rühstadt (Knotenpunkt 43) durch die Karthane-Niederung, wo die rastenden Vögel auf den Feldern hervorragend zu beobachten sind. Entlang der Karthane führt der Weg über Groß Lüben (Knotenpunkt 44) zurück nach Bad Wilsnack.

Beste Chancen Zugvögel zu entdecken, haben Besucher auch im Rambower Moor nur wenige Kilometer von Lenzen mit seiner imposanten Burg- und Parkanlage entfernt. 2014 wurde das Moor mit seinen geheimnisvollen Torfstichen, den Feuchtwiesen mit Orchideen und Wollgras, den dichten Schilfgürteln und dem flachen Moorsee von der Heinz-Sielmann-Stiftung sogar zu „Deutschlands schönstem Naturwunder“ gekürt. „Tausende Kraniche und weitere Zugvögel verweilen jetzt vor allem rings um den Rambower See. Abends, wenn die nebelschwadigen Feuchtwiesen im Sonnenuntergang liegen, ziehen die majestätischen Großvögel laut trompetend und in langen Ketten an das Gewässer, wo rund 3.000 Kraniche im knietiefen Wasser stehend übernachten. Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich schon um die 1.000 Kraniche in der Prignitz”, so Elisa Igersheim, zuständig für Nachhaltigen Tourismus im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Gut beobachten lassen sich die Vögel bei einer Wanderung auf dem sogenannten Zweiseitenweg, dem zwölf Kilometer langen Rundweg um das Moor. Stege führen über die Moorquellen, so dass man das durchsickernde Wasser glucksen hört. Eine Stärkung nach der Tour, zum Beispiel in Form eines Moorkuchens, gibt es samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 19 Uhr in der Moorscheune Boberow. Aus den großen Panoramafenstern haben Gäste einen fantastischen Blick auf das Moor.Besonders viele Möglichkeiten die Kraniche zu bewundern, bieten die abwechslungsreich geführten Touren der Ranger der Naturwacht Lenzen und des BUND-Besucherzentrums der Burg Lenzen. Am 11. Oktober startet um 14 Uhr die fünfeinhalbstündige „Ranger-ErlebnisTour: Kranichsafari“. Die Tour führt mit dem Kleinbus von Lenzen unter anderem zu den Rast- und Schlafplätzen der Kraniche, an denen die Tiere mit Spektiven aus nächster Nähe zu beobachten sind (Kosten: zehn Euro/Person). Den beeindruckenden abendlichen Einflug der Kraniche können Gäste auch bei der zweieinhalbstündigen RangerTour „Kraniche im Abendlicht“ am 12. Oktober ab 17 Uhr erleben. Start ist an der Kirche in Rambow am See. Hier beginnt am 20. Oktober um 7 Uhr auch die „RangerTour: Kraniche zum Sonnenaufgang“, bei der das frühe Erwachen und der Abflug der majestätischen Vögel zu ihren Futterplätzen bewundert werden kann.

Da die Prignitz nicht nur im Herbst für viele Zugvögel Deutschlands wichtigstes Drehkreuz, sondern in milden Wintern sogar Winterquartier ist, lohnt sich ein Besuch der Region auch noch nach dem Vogelzug:Saat- und Blessgänse sind die häufigsten Wintergäste in unserer Region. Sie nutzen die offenen Grünlandbereiche und ausgedehnten Überschwemmungsflächen an der Elbe als Rast- und Nahrungsplätze.

In den riesigen Gänseschwärmen lassen sich auch Kanadagänse und Weißwangengänse beobachten“, so Mike Laskewitz. Zu den auffälligen Wintergästen zählen zudem Sing- und Zwergschwäne. Die melodischen Konzerte der Singschwäne sind weithin zu hören und zählen zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen in der winterlichen Elbtalaue. Wichtige Rastflächen und damit gute Beobachtungspunkte sind die weitläufigen Wiesen der Lenzerwische zwischen Lenzen und Dömitz. Gerade in der Winterzeit lassen sich in der Elbtalaue die Greifvögel besonders gut beobachten. Raufußbussard, Kornweihe und Mäusebussard gehen in der winterlichen Lenzerwische und auf den weitläufigen Wiesen an der Elbe auf die Jagd. „Dann lässt sich auch der größte Greifvogel der Region besonders gut entdecken, der Seeadler. Die großen Gänse- und Ententrupps ziehen den König der Lüfte quasi besonders an, so dass er über dem Fluss häufig bei der Jagd nach Nahrung anzutreffen ist“, verrät der Tourismuschef.


Tourismusverband Prignitz e.V. - Großer Markt 4 - 19348 Perleberg

Tel.: 03876 - 30 74 19 20; Fax: 03876 - 30 74 19 29; E-Mail: info@dieprignitz.de

www.dieprignitz.de

 
 
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