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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
Nachrichten
Wer hört den ersten Kuckuck?
08.04.2019

Die ersten Kuckucke in Bayern wurden schon gehört. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bittet interessierte Naturbeobachter, ihre ersten Kuckucke 2019 zu melden.

Wenn der unverwechselbare Ruf des Kuckucks erklingt, ist der Frühling endlich auch in Bayern angekommen. Die ersten der beliebten Vögel sind bereits wieder im Freistaat zu hören. Der LBV ruft deshalb bereits zum 12. Mal alle Bayern dazu auf, ihren ersten Kuckuck des Jahres zu melden. „Mit den gesammelten Daten wollen wir herausfinden, ob sich die Ankunftszeit des Kuckucks als Anpassung an den Klimawandel langfristig verändert“, erklärt die LBV-Biologin Friederike Herzog. Da der Kuckuck-Bestand in Deutschland auf dem Rückgang ist, sucht der LBV nach Ursachen und jeder kann an dem Forschungsprojekt teilnehmen: einfach unter www.lbv.de/kuckuck melden, wann und wo der erste Kuckuck gehört wurde. Auf der Live-Karte kann außerdem die Ankunft des Kuckucks in Bayern mitverfolgt werden.

 

Die LBV-Mitmachaktion zum ersten Kuckuck-Ruf des Jahres ist eine echte Erfolgsgeschichte. „In den vergangenen zwölf Jahren beteiligten sich bayernweit immer mehr Naturfreunde an der Mitmachaktion“, sagt Friederike Herzog. 2018 freute sich der LBV über knapp 6.500 Meldungen von bayerischen Naturfreunden mit dem ersten Kuckuck-Ruf des Jahres. Ab Ende März, waren im letzten Jahr die ersten charakteristischen Rufe der Kuckuck-Männchen zu hören und zwar meist in Oberbayern, Oberfranken und Mittelfranken. „Der große Kuckucks-Ansturm kam dann Mitte bis Ende April nach Bayern“, so Herzog.

 „Im Jahresvergleich von 2008 bis 2018 zeigt sich, dass bis auf 2016 und 2017 die Mehrheit der Kuckuck-Meldungen immer in der zweiten Aprilhälfte eingingen“, sagt Herzog. Im Jahr 2016 erfolgte der Großsteil der Meldungen mit 25 Prozent bereits ein bis zwei Wochen früher als in den Vorjahren. Die Mehrheit der ersten Kuckuck-Rufe 2017 wurden dagegen ein bis zwei Wochen später, Anfang Mai gemeldet. Grund für die Schwankungen kann die Witterung sein, da Kuckucke vor allem bei gutem Wetter rufen. „Die Hauptankunftszeit des Kuckucks 2018 lag den Meldungen zufolge nach zwei abweichenden Jahren wieder im selben Zeitraum wie die Jahre davor“, so Herzog weiter. Damit das Citizen-Science-Projekt zur Ankunft der Zugvögel auch dieses Jahr viele aufschlussreiche Daten erhält, rät sie: Jetzt beim Spazierengehen die Ohren spitzen und gleich den ersten Kuckuck melden.

 

Aber aufgepasst, es besteht Verwechslungsgefahr. Der kurze, prägnante Kuckuck-Ruf kann manchmal mit dem ähnlich klingenden, langgezogenen Balzruf der Türkentaube verwechselt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob der gehörte Kuckuck-Ruf vom Original oder der „Fälschung“ stammt kann auf der LBV-Homepage den „Ruf-Check“ mit Hörbeispielen machen.

 Deutschlandweit geht der Bestand des Kuckucks zurück. Die Ursachen dafür sind komplex. Der LBV untersucht und erforscht deshalb die Biologie der Vogelart über ihren gesamten Lebenszyklus. „Wir sind der Meinung, dass ein Bündel von unterschiedlichen Effekten im Brutgebiet, auf dem Vogelzug und in den Rast- und Überwinterungsgebieten zum Bestandsrückgang des Kuckucks führen kann“, erklärt Herzog. Mit der Sammlung langjähriger Datenreihen zur Kuckucksankunft im Brutgebiet möchte der LBV untersuchen, inwieweit der Klimawandel mitverantwortlich ist. Denn einige Wirtsvögel des Brutparasiten, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren früher in ihre Brutgebiete zurück. Für die erfolgreiche Fortpflanzung muss sich der Kuckuck aber genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abstimmen. p { margin-bottom: 0.25cm; line-height: 115%; background: transparent none repeat scroll 0% 0%; }a:link { color: rgb(0, 0, 128); text-decoration: underline; }

 
 
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