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Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Eiderente ist Seevogel des Jahres 2019
23.11.2018

Der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e.V. hat die Eiderente zum „Seevogel des Jahres 2019“ gewählt. Denn der  Brutbestand dieser großen Meeresente ist in Europa innerhalb der letzten 27 Jahre um mehr als 40 Prozent zurückgegangen,  und auch die Zahlen überwinternder Eiderenten im Wattenmeer und an der Ostsee nehmen deutlich ab.

„Dennoch ist der attraktive Vogel in unseren Schutzgebieten an Nord- und Ostseeküste als Brut- und Rastvogel zu beobachten“, betont Ina Brüning, Geschäftsführerin des Vereins Jordsand. Besonders beeindruckend sei die Zunahme der Brutpaare auf der Insel Greifswalder Oie bei Rügen, einem Schutzgebiet des Vereins Jordsand, wo die Zahl der brütenden Weibchen in den letzten zehn Jahren von Null auf zuletzt 36 angestiegen ist. „Ein echter Erfolg des Naturschutzes!“, so Brüning.

Die Eiderente hat ihren Lebensraum weit verbreitet in den gemäßigten und insbesondere arktischen Breiten der nördlichen Hemisphäre. Der globale Bestand umfasst etwa 3,3 bis 4,0 Millionen Individuen, europaweit leben etwa 1,6 bis 1,9 Millionen Eiderenten. In Deutschland brütet die Eiderente mit mehr als 95 Prozent des Bestands hauptsächlich an der Nordseeküste, die Ostsee ist seit 1985 ebenfalls Brutgebiet. Außerdem beherbergt Deutschland mit mehr als 400.000 Individuen einen großen Anteil des Winterbestands (40 Prozent der biogeografischen Population) und hat deshalb eine besondere Verantwortung zum Erhalt der Art. Der deutsche Brutbestand macht dagegen mit 1000 bis 1400 Brutpaaren einen vergleichsweise kleinen Anteil aus, in den Jordsand-Schutzgebieten gab es 2017 mindestens 235 Brutpaare.

„Die Eiderente ist einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt“, gibt Brüning zu Bedenken. „Und viele der Gefährdungen sind menschgemacht.“ In den Überwinterungsgebieten macht sich eine abnehmende Nahrungsmenge und -qualität aufgrund des Klimawandels bemerkbar. So wird eine allgemeine Nahrungsverknappung beobachtet, etwa durch die Muschelfischerei, aber auch durch abnehmende Nahrungsquantität und -qualität aufgrund des Klimawandels. In der Ostsee können warme Sommer – wie im letzten Jahr – zu Sauerstoffmangel führen und Muschelbestände reduzieren. Störungen, z.B. durch Fischerei oder Freizeitaktivitäten halten die Tiere von der Nahrungssuche ab und verursachen höhere energetische Kosten durch Fluchtbewegungen. Lebensraum auf dem Meer geht verloren oder bleibt nur noch eingeschränkt nutzbar, wo intensiver Schiffsverkehr, Rohstoffabbau und die Errichtung von Offshorebauwerken betrieben wird. Schleichende Verölung und Pestizide setzen die Körperkonstitution herab oder führen direkt zum Tod.

 
 
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