Eigentlich ist völlig logisch, was Forscher am Max-Planck-Institut für Ornithologie jetzt herausgefunden haben: Zugvögel mit geringen Fettreserven brauchen auf ihrem Flug längere Pausen als solche mit einem dicken Energiepolster. Doch das Ergebnis macht umso deutlicher, dass gute Rastgebiete das Überleben vieler Vögel sichern und nicht bloß traditionelle Treffpunkte sind.
Wissenschaftler um Wolfgang Goymann vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen haben zehn kräftige und zehn dünne Gartengrasmücken, die morgens auf dem Zugweg auf der italienischen Insel Ventotene landeten, mit Radiosendern ausgestattet. So erfuhren sie, dass neun der zehn dickeren Vögel noch in der gleichen Nacht weiterflogen – während die schwächeren Artgenossen im Schnitt über 40 Stunden rasteten. Die Dauer eines Zwischenstopps ist demnach nicht nur von Umweltfaktoren wie Wind- und Wetterverhältnissen oder einem genetisch programmierten inneren Drang beeinflusst, sondern vor allem von den Unterhaut-Fettreserven. Die Rast ist also überlebenswichtig – so wie ökologisch intakte Rastgebiete. „Nur Gebiete mit einem ausreichenden Angebot an Insekten, Nektar und Blütenstaub erlauben den Zugvögeln, ihre Energiereserven zügig wieder aufzutanken, um schnell und zuverlässig ins Brutgebiet weiter zu ziehen. Denn wer früh im Brutgebiet ankommt, kann sich die besten Nistplätze sichern“, so das MPI in seiner Pressemeldung.