Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Kuckucke in Bayern melden
11.04.2018

Wer seinen ersten Kuckuck in Bayern hört, sollte dies für eine wissenschaftliche Auswertung dem Landesbund für Vogelschutz melden.

Wenn der unverwechselbare, erste Kuckuck-Ruf erklingt, ist der Frühling endlich auch in Bayern angekommen. Die ersten der beliebten Vögel sind ab sofort wieder im Freistaat zu hören. Der LBV ruft deshalb bereits zum 11. Mal alle Bayern dazu auf, ihren ersten Kuckuck des Jahres zu melden. Die gesammelten Daten helfen den Naturschützern herauszufinden, ob sich die Ankunftszeit des Kuckucks als Anpassung an den Klimawandel langfristig verändert. Da der Kuckuck-Bestand in Deutschland auf dem Rückgang ist, sucht der LBV nach Ursachen und jeder kann an dem Forschungsprojekt teilnehmen: einfach unter www.lbv.de/kuckuck melden, wann und wo der erste Kuckuck gehört wurde. Auf der Live-Karte kann außerdem die Ankunft des Kuckucks in Bayern landkreisgenau mitverfolgt werden. Die LBV-Mitmachaktion zum ersten Kuckuck-Ruf des Jahres ist eine echte Erfolgsgeschichte. „In den vergangenen zehn Jahren beteiligten sich bayernweit immer mehr Naturfreunde daran“, berichtet die LBV-Biologin Friederike Herzog. 2017 freute sich der LBV über 5.200 Meldungen von Naturfreunden mit dem ersten Kuckuck des Jahres. Die ersten charakteristischen Rufe der Kuckuck-Männchen waren im Vorjahr ab dem 30. März und zwar meist in Oberbayern, Niederbayern und Mittelfranken zu hören. „Der große Kuckucks-Ansturm kam dann Ende April und Anfang Mai nach Bayern“, so Herzog. „Im Vergleich zu den Vorjahren wurde die Mehrheit der bayerischen Kuckucke 2017 rund eine Woche später gemeldet“, erklärt Herzog. Im Vergleich zum Jahr 2016, in dem 25 Prozent der Meldungen bereits Mitte April erfolgten, wurde der Großteil (27 Prozent) der ersten Kuckuck-Rufe 2017 sogar knapp drei Wochen später Anfang Mai gemeldet. „Es kann sein, dass Kuckucke, die bereits schon früher im bayerischen Brutgebiet anwesend waren aufgrund der Witterung noch kein Rufverhalten zeigten und somit auch noch nicht gehört wurden“, so Friederike Herzog weiter. Auf jeden Fall haben unsere gefiederten Frühlingsboten eine sehr lange, strapaziöse Reise, vermutlich aus dem Kongobecken, zurück nach Bayern hinter sich. Dies verraten die Daten aus dem vorangegangenen LBV-Besenderungsprojekt. Damit das Citizen- Science-Projekt zur Ankunft der Zugvögel auch dieses Jahr viele spannende Daten erhält, rät sie: Jetzt beim Spazierengehen die Ohren spitzen und gleich den ersten Kuckuck melden! Aber aufgepasst, es besteht Verwechslungsgefahr. Der kurze, prägnante Kuckuck-Ruf kann manchmal mit dem ähnlich klingenden, langgezogenen Balzruf der Türkentaube verwechselt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob der gehörte Kuckuck-Ruf vom Original oder der „Fälschung“ stammt, kann auf der LBV-Homepage den „Ruf-Check“ mit Hörbeispielen machen. Deutschlandweit geht der Bestand des Kuckucks zurück. Die Ursachen dafür sind komplex. Der LBV untersucht und erforscht deshalb die Biologie der Vogelart über ihren gesamten Lebenszyklus. „Wir sind der Meinung, dass ein Bündel von unterschiedlichen Effekten im Brutgebiet, auf dem Vogelzug und in den Rast- und Überwinterungsgebieten zum Bestandsrückgang des Kuckucks führen kann“, erklärt Herzog. Mit der Sammlung langjähriger Datenreihen zur Kuckucksankunft im Brutgebiet möchte der LBV untersuchen, inwieweit der Klimawandel mitverantwortlich ist. Denn einige Wirtsvögel des Brutparasiten, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren früher in ihre Brutgebiete zurück. Für die erfolgreiche Fortpflanzung muss sich der Kuckuck aber genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abstimmen.

 
 
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