Vögel - Magazin für Vogelbeobachtung
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Werden Fichtenkreuzschnäbel einfliegen?
11.10.2017

Wie der Dachverband Deutscher Avifaunisten meldet, deutet sich ein erneuter Kreuzschnabeleinflug an.

Das Auftreten von Fichtenkreuzschnäbeln in Deutschland unterscheidet sich von Jahr zu Jahr deutlich und ist generell ganzjährig sehr unregelmäßig und unbeständig. Einzelheiten zu Wanderungen, Mauser- und Brutzeit sind weitgehend unbekannt. Alle paar Jahre kommt es zu größeren Invasionen von Kreuzschnäbeln nördlicher und östlicher Populationen. Zuletzt gab es im Jahr 2013 so einen massiven Einflug nach Deutschland. Damals waren neben den zahlreichen Fichtenkreuzschnäbeln auch Kiefern- und Bindenkreuzschnäbel in außergewöhnlicher Zahl vertreten.

Die Meldungen bei www.ornitho.de deuten darauf hin, dass sich derzeit ein erneuter Kreuzschnabeleinflug anbahnt bzw. bereits stattfindet. Mehr als 800 Meldungen von Fichtenkreuzschnäbeln gingen in den vergangenen drei Wochen ein – im letzten Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 480. Auch die Regionen, in denen Fichtenkreuzschnäbel gehäuft gemeldet wurden, unterscheiden sich deutlich, wie die Gegenüberstellung der Karten aus ornitho anschaulich zeigt. Aktuell sind vor allem im nordöstlichen Deutschland Fichtenkreuzschnäbel auffällig häufig.

Die aktuellen Entwicklungen wurden auch in anderen Ländern Europas bemerkt. In den Niederlanden werden derzeit ebenfalls ungewöhnlich viele Fichtenkreuzschnäbel gemeldet und am schwedischen Zugvogel-Hotspot Falsterbo, der südwestlichsten Spitze der skandinavischen Halbinsel, werden aktuell rund zehnmal so viele gezählt, wie in durchschnittlichen Jahren. Bereits jetzt wurde dort der Rekordwert aus dem Jahr 2013 erreicht, als von August bis November mehr als 28.000 Fichtenkreuzschnäbel durchzogen. Kiefernkreuzschnäbel waren bislang nicht darunter, allerdings wurden auch 2013 erst ab Ende September die ersten dort registriert.

Man sollte also in den kommenden Wochen in geeigneten Habitaten sowie bei Zugvogelbeobachtungen auf Kreuzschnäbel eingestellt sein. Bei Verdacht auf eine der seltenen Arten sollten möglichst Belege angefertigt werden, da insbesondere die Unterscheidung von Fichten- und Kiefernkreuzschnäbeln sehr schwierig ist. Wer optisch oder akustisch belegte Sichtungen vorweisen kann, möge dies bei der Deutschen Avifaunistischen Kommission dokumentieren. Der Link dazu ist:
http://www.dda-web.de/index.php?cat=dak&subcat=topdak&subsubcat=about
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